05

Denn wer liebt, der ist voller Sehnsucht
und findet nie den Schlaf
sondern zählt die ganze Nacht hindurch
die Tage, die da kommen und gehen (Ch. de Troyes)
wishfully am 10.3.11 21:42


04

Und ich liege da und träume. Ich habe lange nicht geträumt. Liebling wirbelt durch die Gegend und bittet mich mehrmals doch endlich aufzustehen.
Es gibt Tage an denen man sich doch wieder findet. Und an diesen Tagen kann mich auch Liebling nicht aus dieser Begegnung reißen. Ich werde ganz still und lausche meiner Lieblingsmusik. Ich habe diese Begegnung schon so nicht mehr gehabt. Meine Augen schließen sich, wenn ich Lust dazu habe und sie öffnen sich wieder wenn Liebling rein kommt um die Kleidungstücke von letzter Nacht aufzusammeln.
Gedanken kommen wieder. Ich kann den Spielplatz sehen auf denen wir als Knder ganz oft spielten. Ich kann mich sehen wie ich in mein geliebtes kirschcolaeis beiße. Ich habe es ewig nicht gegessen aber der Geschmack ist der selbe. Der Himmel ist blau und ich fange an zu lachen. So schön wie ich lachen konnte ohne mich um meinen Schiefen Zahn zu sorgen. Früher lachte ich auch mit meinem ganzen Zahnfleisch. Heute kontrolliere ich das. Es sieht nämlich beschissen aus. Heutzutage bleibe ich auch nicht einfach liegen, wenn Liebling den Frühstückstisch abräumt. Das sieht nämlich auch beschissen aus.
Aber jetzt bin ich mir begegnet und will es nur mir selbst recht machen. Ja, ich will mir einen gefallen tun und den blauen Himmel betrachten mit all seiner Sorglosigkeit
ohne Sehnsüchte...
wishfully am 4.3.11 15:16


03


wishfully am 3.3.11 20:34


02

»Vielleicht mal die Dame hier vorne die träumt...« Sie schaute langsam hoch und der unterrichtende Arzt blickte sie fragend an. »Wie sieht es mit Fieber aus?« Er wiederholte die Frage. Sie hatte schon längst mitbekommen, dass er sie die ganze Zeit beobachtete, wie sie geistenabwesend Papierkügelchen zusammenrollte. Von allen Seiten flüsterten Antworten auf sie ein, doch als sie gerade ihren Mund zum sprechen öffnen wollte wimmelte Herr Doktor sie mit einer Handbewegung ab, um sich interessierteren Mitschülern zuzuwenden. Sie starrte auf den Tisch... auf den kleinen Haufen zusammengeknüllter Papierschnipsel und sie spürte die Blicke in ihrem Nacken. In diesem Moment fiel ihr zum ersten Mal auf was sie alle nicht verstehen können. «So wie ihr die Luft braucht, so brauche ich den Traum» dachte sie.
wishfully am 3.3.10 22:38


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